1. Akustische Phonetik
Die akustische Phonetik untersucht die
physikalischen Eingenschaften von Sprachsignalen (Schallanalyse).
2. Artikulatorische Phonetik
Die artikulatorische Phonetik untersucht
die Artikulomotorik bei der Produktion sprachlicher Laute. Wichtige Beschreibungsebenen
sind dabei Artikulationsart und Artikulationsort von Lauten.
3. Auditive Phonetik
Die auditive Phonetik untersucht mit experimentellen
Methoden, wie Sprachsignale wahrgenommen werden (Perzeption).
Das wichtigste phonetische Werkzeug für
unsere Zwecke ist das Internationalen phonetischen
Alphabets (IPA) gerechnet. Es handelt sich hierbei um ein Zeicheninventar,
das den Anspruch erhebt, alle phonetischen Eigenschaften aller Sprachen
der Welt schriftlich darstellen (transkribieren) zu können. Üblicherweise
werden die Zeichen des IPA artikulatorisch definiert - über den Ort,
an dem ein Laut produziert wird, und über die Art, wie er produziert
wird.
Transkribieren mit dem IPA
Im Rahmen des Kursus Orthographie des
Deutschen kann nicht eine Feintranskription realer Äußerungen
mit dem IPA vermittelt werden. Es geht nur darum, einen grundlegenden Eindruck
in die phonetische Struktur von Wörtern zu vermitteln.
In den hier angebotenen Transkriptionsübungen legen wir eine fiktive Hochlautung zugrunde, die von folgenden Phänomenen tatsächlicher Lautung abstrahiert:
dialektale BesonderheitenEine enge Notation einer realistischen Aussprache des Satzes Wir kamen in ein Gewitter. könnte so aussehen:
Koartikulation
Glottalisierung
Verschleifungen
silbische Konsonanten
...
Natürlich ist es wünschenswert, wenn gerade auch angehende LehrerInnen die lautlichen Besonderheiten der Sprache ihrer Schüler und Schülerinnen erkennen und (z.B. mit dem IPA) beschreiben können. Gerade im Hinblick auf die orthographischen Probleme von Lernern mit nicht-deutscher Muttersprache, von Dialektsprechern und Sprachbehinderten ist dies eine wichtige Fähigkeit. Dazu sollten separate Phonetik-Kurse besucht werden.
Im Handbook of the International Phonetic Association (1999. Cambridge University Press. S. 88.) findet man eine Transkription des Textes von Nordwind und Sonne (Transkription: Klaus Kohler). Aus mir nicht ersichtlichen Gründen werden hier keine Zeichen für den Glottisverschluss notiert: